Charcot-Erkrankung

Was ist die Charcot-Erkrankung?

Die Charcot-Erkrankung gehört zur Gruppe der heterogenen Erbkrankheiten. Sie ist durch Muskelschwund der Gliedmaßen aufgrund einer gestörten Signalübertragung durch die Nerven (Schädigung des peripheren Nervensystems) gekennzeichnet. Dazu kommen ein Empfindlichkeitsverlust, eine Abnahme der Sehnenreflexe und eine Deformation der Gliedmaßen.

Am häufigsten leiden „schnelle“ motorische Nervenfasern, die die entfernten Muskeln der Extremitäten innervieren und viel körperliche Aktivität aufnehmen. Das sind die Muskeln des Fußes und des Unterschenkels. Die Muskeln der Hände und Arme sind etwas weniger geschädigt. Auch sensorische Nerven sind betroffen, was zu einem Verlust der Tast-, Schmerz- und Temperaturempfindlichkeit der Gliedmaßen führt.

Wie verläuft die Krankheit?

Normalerweise manifestiert sich die Charcot-Erkrankung im Alter von 10 bis 20 Jahren. Zunächst spürt der Betroffene eine symmetrische Schwäche in den Beinen, die zu einer charakteristischen Gangänderung führt. Dann fangen die Füße an, sich zu krümmen und zu verformen.

Der Schaden an den Händen nimmt allmählich zu. Darüber hinaus leidet die hauptsächlich oberflächliche Empfindlichkeit. Manchmal kommt es zu einer Zyanose der betroffenen Gliedmaßen (Blauverfärbung durch Sauerstoffmangel) und einer Schwellung.

Die Charcot-Erkrankung verläuft langsam. Manchmal dauert die Zeit zwischen Manifestation und Muskelschwund der Hände zehn Jahre. Trotz des Auftretens einer Atrophie bleiben die Arbeits- und Selbstpflegefähigkeiten der Patienten für längere Zeit erhalten.

Wie manifestiert sich der Charcot-Fuß?

Anzeichen und Symptome einer Charcot-Erkrankung können sein:

  • Fingerverformung;
  • Störung der Bewegungsfreiheit;
  • Schwierigkeiten beim Biegen des Fußes;
  • Gangstörungen;
  • Gefühlsverlust in den Gliedmaßen.

Ist die Charcot-Erkrankung behandelbar?

Bis heute ist die Behandlung der Charcot-Erkrankung nicht entwickelt. Die symptomatische Therapie wird zur Verbesserung der Muskelschmerzen eingesetzt. Zu diesem Zweck werden Vitamine und Glukose verschrieben. Ärzte verordnen auch physiotherapeutische Behandlungen, Bewegungstherapien und Massagen.

Die nicht-medikamentöse Behandlung umfasst:

  • Physiotherapie kann helfen, Muskeln zu stärken und zu dehnen, um die Entwicklung von Muskelkontrakturen und Atrophie zu verhindern.
  • Ergotherapie: Die Schwäche der Muskeln der oberen Extremitäten führt zu einer Verletzung der Feinmotorik. Betroffenen fällt es schwer, Knöpfe zu schließen oder zu schreiben.
  • Viele Menschen mit Charcot-Erkrankung benötigen orthopädische Hilfsmittel, mit denen sie sich frei bewegen und Verletzungen vermeiden können. Orthopädische Geräte sorgen für Stabilität beim Gehen und Treppensteigen.

Bei schweren Fußdeformitäten kann eine Korrekturoperation Schmerzen lindern und den Gang verbessern. Die Operation kann jedoch Muskelschwäche oder Gefühlsverlust nicht reduzieren.

 

Finden Sie den passenden Arzt für Ihre Fragen rund um
Neurologie
Neuropathologie