Dr. Eberhard J. Wormer erklärt in seinem Ratgeber wie Bluthochdruck entsteht und welche Maßnahmen zur Vorbeuge und Selbsthilfe wirksam sind.

Unter Druck – bis die Gefäße streiken

Von einem Termin zum nächsten hecheln, zwischendrin im Stehen eine Pizza verschlingen und abends zum Hausarzt zum Gesundheits-Check – Blutdruck zu hoch. Laut einer Erhebung des Robert-Koch-Instituts sind 20 Millionen Menschen von Bluthochdruck, der sogenannten arteriellen Hypertonie betroffen, und müssen sich behandeln lassen. Nur jeder dritte Erwachsene habe einen optimalen Blutdruck. Der Ratgeber „Bluthochdruck – Wirksame Vorbeugung und Selbsthilfe bei erhöhten Werten“ aus dem Mankau Verlag erklärt auf 126 Seiten welche Methoden zur Vorbeuge und welche Selbsthilfemaßnahmen bei zu hohem Blutdruck wirksam sind.

„Volkskrankheit“ Bluthochdruck

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass erhöhter Blutdruck bei etwa 9,4 Millionen Todesfällen im Jahr eine Rolle spielt. Damit ist Bluthochdruck eine der größten globalen Gesundheitsgefahren. Doch der Autor des Kompakt-Ratgebers, Dr. med. Eberhard J. Wormer, betont bereits im Vorwort zwei gute Nachrichten. Erstens: Bluthochdruck lässt sich leicht feststellen. Und weiter: Nach der Diagnose gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten, den Druck in seinen Blutgefäßen wieder unter Kontrolle zu bringen.

Blutdruck im Blick behalten

Seinen Blutdruck zu messen ist ganz einfach. Apotheken und Fachhandel bieten Messgeräte an. So kann der Blutdruck auch zuhause kontrolliert werden. Damit kann eine sogenannte „Kittelangst“ ausgeschlossen werden. Einige Patienten berichten, dass ihr Blutdruck beim Arzt höher ist. Sie schreiben es der ungewohnten Situation und leichter Aufregung zu. Daher können sich beim Messen zuhause abweichende Werte ergeben. Wichtig ist hierbei, seinen Blutdruck immer zu bestimmten Zeiten, beispielsweise morgens, nach dem Mittagessen und vor dem Schlafengehen zu messen. Erst eine Reihe von protokollierten Messungen gibt einen guten Überblick über die grundsätzliche Blutdrucksituation. Der ideale Blutdruck bei Erwachsenen liegt bei 120/80 mmHg (Millimeter-Quecksilbersäule). Ärzte sprechen von Bluthochdruck, wenn zu unterschiedlichen Zeiten bei regelmäßigen Messungen ein Druck von über 140/90 mmHg gemessen wird. Mindestens einmal im Jahr sollte die Messung professionell in einer Arztpraxis durchgeführt werden.

Psychischen Druck abbauen

Ein gesunder Lebensstil ist die grundlegendste Vorsorge in puncto Hypertonie. Der Kompakt-Ratgeber stellt hierbei heraus, dass hoher Blutdruck nicht ausschließlich rein körperliche Ursachen haben kann. Auch psychischer Stress lässt den Blutdruck steigen. Deshalb sollte auch das Reduzieren von Stress auf dem Plan stehen. Der Kompakt-Ratgeber stellt einige Anti-Stress-Strategien vor und zeigt, wie sie im Alltag angewendet werden. Hierbei legt Dr. Wormer einen besonderen Schwerpunkt auf die Aneignung neuer Denkmuster und Entspannungsübungen, beispielsweise über autogenes Training. Mit bestimmten Sprachformeln werden gedanklich gezielt ruhige Körperempfindungen vorgestellt, um einen nachhaltigen Entspannungszustand zu erreichen.

Bewegung trainiert Gefäße und Geist

Mehr Aktivität im Alltag ist das A und O. Eine wechselnde Belastung des Organismus trainiert nicht nur Muskeln sondern auch die Blutgefäße. Die Atrien bleiben elastisch. Gleichzeitig beugt mehr Bewegung einer Gewichtszunahme vor. Übergewicht, besonders die gefährlichen Fettdepots am Bauch geben ständig eine Reihe von Fettsäuren, Hormonen und sogar Entzündungsstoffen in das Blut ab und stellen so die Weichen für erhöhten Blutdruck, Diabetes und krankhaft veränderten Schlagadern. Bei der sogenannten Arteriosklerose verhärten sich die Wände der Blutgefäße. Dadurch können sie leichter einreißen. Gleichzeitig verengt sich die Schlagader durch Ablagerungen. Bewussteres Essen und ein aktiver Alltag können bei der Senkung des Blutdrucks helfen. Yoga und ein moderates Krafttraining bauen nicht nur Stress ab sondern halten auch den Körper fit.

Salzbewusste Ernährung

In vielen Fertiggerichten aber auch in Wurst, Schinken und Käse stecken versteckte Salze. Dadurch nehmen wir schon eine Menge an Salzen auf, ohne es bewusst zu merken. Zu viel Salz in Kombination mit zu wenig Wasser lässt den Blutdruck steigen. Die Nieren können den Salz- und Wasserhaushalt nicht mehr optimal regulieren. Wenn nicht mehr genug Salz und Wasser ausgeschieden werden können, versucht der Körper mit mehr Blut die überflüssigen Stoffe zu verteilen. Das Blutvolumen im Kreislauf nimmt zu. Dadurch steigt der Druck auf die Gefäße. Es lohnt sich daher, beim Einkauf auf die Nährwerttabellen zu achten und seine Gerichte mehr mit Kräutern, Pfeffer und Paprika zu würzen, als mit Tafelsalz.

Weniger Genussmittel

Das Glas Wein zum Feierabend muss auch die Kalorienbilanz des Tages eingerechnet werden. Und das fällt ganz schön ins Gewicht – alkoholische Getränke haben viele Kalorien. Außerdem hat Alkohol eine ungünstige Wirkung auf die Fettverteilung im Körper. Das Bier sammelt sich vor allem in ungesundem Bauchfett – dem Bierbauch. Wer zusätzlich noch auf das Rauchen verzichten kann, senkt das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die adrenalinähnliche Wirkung des Nikotins lässt den Blutdruck mit jeder Zigarette steigen. Auch das Herz pumpt dann schneller. Es braucht mehr Sauerstoff. Dr. Wormer appelliert hier besonders an die Menschen, die schon wegen Bluthochdruck in Behandlung sind, mit einer Nikotinabstinenz ihren Körper zu unterstützen. Schon 24 Stunden nach der letzten gerauchten Zigarette sinke das Herzinfarktrisiko.

Wird die Hypertonie nicht behandelt und an den Ursachen für die Krankheit nicht gearbeitet, drohen unweigerlich Folgeschäden. Arteriosklerose, also die krankhafte Veränderung der Blutgefäße, gehört zu den Auslösern der schwerwiegendsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Lassen Sie deshalb Ihren Blutdruck regelmäßig checken. Passende Hausärzte mit Behandlungsschwerpunkt zu Hypertonie und Kardiologie finden Sie mit der Arzt-Auskunft.

Erste Warnsignale für Bluthochdruck:

  • Herzklopfen
  • Nervosität
  • Kopfschmerzen
  • Atemnot bei Belastung
  • Schwindelgefühle
  • Sehstörungen
von Nele Schümann


Angaben zum Buch:
Dr. med. Eberhard J. Wormer: Bluthochdruck – Wirksame Vorbeugung und Selbsthilfe bei erhöhten Werten. Kompakt-Ratgeber.
Verlag: Mankau 2017, Murnau a. Staffelsee
ISBN: 978-3-86374-380-2