Blutgruppen

Was sind Blutgruppen?

Blutgruppen sind antigene Systeme, die auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen und anderer Zellen vorhanden sind. Bei einigen Personen sind sie auch in externen Sekreten (Speichel, Milch usw.) nachweisbar.

Wie viele Blutgruppen gibt es?

Die Anzahl an Blutgruppen liegt bei etwa 20. Die wichtigsten sind AB0 (a-b-Null), Rh, Lewis, Kell, MN, Duffy, Kidd. Das AB0-System umfasst 4 Antigene: A, B, AB, 0 (Null).

Was bedeutet das AB0-System?

Personen mit der Blutgruppe A besitzen Antigen A und vorgeformte Anti-B-Antikörper.  Menschen mit der Blutgruppe B verfügen über das entsprechende Antigen und Anti-A-Antikörper. Personen mit der Blutgruppe AB haben sowohl Antigen A als auch B und keine Antikörper; jene mit Blutgruppe 0 kein Antigen und sowohl Anti-A- als auch Anti-B-Antikörper.

Was müssen Ärzte bei einer Bluttransfusion beachten?

Eine inkompatible Bluttransfusion führt zur Zerstörung (Lyse) der roten Blutkörperchen, die das Antigen besitzen, gegen das der entsprechende Antikörper gerichtet ist. In der Folge kommt es zur hämolytischen Anämie. Die Lyse kann gegen die roten Blutkörperchen des Spenderblutes erfolgen, weil im Blut des Empfängers Antikörper vorhanden sind. Sie kann auch gegen die roten Blutkörperchen des Empfängerblutes gerichtet sein, wenn das Blut des Spenders Antikörper in großen Mengen enthält, die sonst verdünnt würden. Dies ist z.B. der Fall, wenn große Mengen der Blutgruppe 0 in eine einzelne Gruppe A, B oder AB transfundiert werden.

Theoretisch ist Blut der Gruppe 0, das keine Antigene besitzt, ein universeller Spender, während Blut der Gruppe AB, ohne Antikörper, ein universeller Rezeptor ist. Jedoch sind diese Faktoren aus den oben erläuterten Gründen und das Vorhandensein weiterer Transfusionsreaktionen aus anderen Blutgruppen (Rh-Faktor) nicht die einzigen Einschränkungen. Es empfiehlt sich, immer Blut der homologen Gruppe zu transfundieren.

Was bedeutet der Rh-Faktor?

Das Rh-System umfasst mehrere Antigene, von denen das wichtigste, D genannt, falls vorhanden, die Positivität (Rh+) definiert. 85 % der italienischen Bevölkerung sind Rh+. Probanden, die das D-Antigen (Rh-) nicht besitzen, haben keine vorgeformten Anti-Rh-Antikörper. Sie haben jedoch aber eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, diese nach einer einmaligen Transfusion von Rh+-Blut zu bilden (30-50 %). Dies muss bei einer erneuten Exposition berücksichtigt werden.

 

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