Bindungsstörungen

Was sind Bindungsstörungen?

Bindungsstörungen setzen sich aus einzelnen psychischen Störungen zusammen. Betroffene konnten im Kindesalter keine emotionale Beziehung mit Eltern oder Erziehungsberechtigten aufbauen. Bindungsstörungen entstehen insbesondere bei Kindern vor dem fünften Lebensjahr.

Kinder mit Bindungsstörungen sind bei den meisten sozialen Interaktionen unfähig, Kontakt aufzunehmen oder angemessen zu reagieren und neigen zu einer wahllosen Bindung an unbekannte Personen. Eine häufige Komplikation von Bindungsstörungen ist die Entwicklung einer geistigen Behinderung. Bei Jugendlichen entwickeln sich psychische Erkrankungen, Neurosen und abweichendes Verhalten.

Welche Arten von Bindungsstörungen gibt es?

  • Bindungsstörung mit Enthemmung: das Kind versucht, die Aufmerksamkeit auch von Fremden auf sich zu ziehen, sucht oft Hilfe, tut Dinge, die seinem Alter nicht angemessen sind;
  • bei gehemmtem Verhalten entzieht sich das Kind der Kommunikation und verweigert Hilfsangebote. In einigen Fällen treten abwechselnd beide Verhaltensweisen auf, sowohl enthemmt als auch gehemmt.

Was sind Ursachen der Bindungsstörungen?

  • Alkohol- und Drogenmissbrauch der Eltern
  • Postnatale Depression der Mutter
  • Elternteil mit psychischer Erkrankung
  • Ungewollte Schwangerschaft
  • Missbrauch, Gewalt oder Erniedrigung
  • Frühe Trennung von Eltern oder Erziehungsberechtigten, Unterbringung bei Pflegefamilie, in Kinderkrankenhaus oder Kinderheim

Welche Behandlung kann angewendet werden?

Als Grundlage dient eine Psychotherapeutische Behandlung, die das Verhältnis von Kind und Eltern, nahen Verwandten oder Bezugspersonen verbessert. Eine medikamentöse Therapie ist erforderlich, um gleichzeitig eine emotionale und kognitive Beeinträchtigung zu therapieren. Die Therapie umfasst die folgenden Arten der Behandlung:

  • Analytische Psychotherapie: Ziel der Sitzungen ist es, emotionale Spannungen abzubauen, Isolation, Misstrauen und Ängste abzubauen. Sie finden in Form von Spielen, Märchen und kreativen Aktivitäten statt;
  • Familienpsychotherapie: Durch psychotherapeutische Übungen, Aufgaben und Gespräche wird die Entfremdung beseitigt, der emotionale, verbale Kontakt wiederhergestellt und die körperliche Akzeptanz der Eltern durch das Kind wiederhergestellt;
  • Beratung der Eltern: Der Psychologe oder Psychotherapeut, informiert die Eltern über die Merkmale des Krankheitsverlaufs, die Ursachen und die Therapiemethoden, bietet Empfehlungen zum Aufbau familiärer Beziehungen, untersucht im Detail typische Konflikte und komplexe Interaktionssituationen.

 

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