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Bilharziose

Was ist Bilharziose?

Bilharziose, auch Schistosomiasis genannt, ist eine chronische parasitäre Krankheit, die Würmer, so genannte Tremadome, verursachen. Eine Infektion erfolgt, wenn der Parasit, der in infiziertem Wasser vorhanden ist, in die Haut einer Person eindringt. Es gibt 2 Formen dieser Infektion, die intestinale und die urogenitale.

Welche Regionen sind besonders gefährdet?

Diese Infektion ist in Entwicklungsländern, in denen die Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser haben, insbesondere in tropischen Gebieten, weit verbreitet. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass 92 % der behandlungsbedürftigen Menschen in Afrika leben. Andere betroffene Regionen befinden sich hauptsächlich im Nahen Osten, in Südamerika und Ostasien.

Die jährliche Zahl der weltweiten Todesfälle durch Bilharziose ist nicht definiert: sie wird nur auf 10.100 bis 200.000 geschätzt.

Wie kommt es zur Bilharziose?

Man infiziert sich über den Kontakt mit Wasser: Die Larven werden in Süßwasserschnecken gefunden und vermehren sich in ihnen, bevor sie freigesetzt und in die Haut der Individuen eindringen. Die Larven entwickeln sich im Körper und leben in den Blutgefäßen, in denen die Weibchen Eier legen. Einige von ihnen verlassen den Körper durch Kot und Urin. Sie landen im Wasser und setzen Larven frei, die die Schnecken erneut befallen. Der Kreis ist geschlossen.

Andere sind in den Geweben des menschlichen Körpers gefangen. Infolgedessen provozieren sie eine Immunreaktion und schädigen Organe.

Symptome der Schistosomiasis

Die Symptome werden durch die Reaktion des Körpers auf die Eizellen verursacht. Jedoch kann die Infektion ebenso asymptomatisch verlaufen. Die Infektion manifestiert sich zunächst durch Rötung und starken Juckreiz (Pruritus) der Haut. Etwa 3 Wochen später können andere Anzeichen auftreten:

  • Fieber;
  • Ausschlag;
  • Husten;
  • Muskelschmerzen;
  • Müdigkeit;
  • Übelkeit.

Die Symptome hängen vom betroffenen Organ ab:

  • Intestinale Form: Bauchschmerzen, Durchfall, Blut im Stuhl, vergrößerte Milz und Leber.
  • Urogenitale Form: Blut im Urin, Fibrose der Blase und der Harnröhre, Nierenläsionen (in fortgeschrittenen Fällen), mögliche genitale Läsionen bei Frauen (Blutungen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Knoten in der Vulva). Bei Männern: Risiko einer Pathologie der Samenblasen, der Prostata und anderer Organe. Eine Infektion erhöht das Risiko für Blasenkrebs. Die Krankheit kann langfristige irreversible Folgen haben, wie z. B. Unfruchtbarkeit.

Bei Kindern kann die Infektion auch zu Anämie (Blutarmut), Wachstumsverzögerung und verminderter Lernfähigkeit führen, aber die Auswirkungen sind in der Regel durch Behandlung reversibel.

In ihrer chronischen Form kann die Krankheit das tägliche Leben des Betroffenen behindern.

Diagnose der Bilharziose

Die Diagnose basiert auf dem Vorhandensein von Eiern des Parasiten im Stuhl oder Urin und der Serologie. Bluttests kommen manchmal zum Einsatz, ebenso wie Gewebeproben aus Blase und Darm.

Bei urogenitaler Schistosomiasis: Die Eizellen werden im Urin mittels einer Filtrationstechnik mit Nylonfiltern nachgewiesen. Bei intestinaler Schistosomiasis: Eier in Kotproben werden mit Hilfe von Zellophanfolien nachgewiesen, die mit gefärbtem Glyzerin beschichtet sind.

So behandeln Ärzte die Bilharziose

Die derzeitige Behandlung basiert auf einem spezifischen Medikament, das bei allen Arten von Bilharziose wirksam und sicher ist. Das Medikament wird oral an einem Tag eingenommen und die Dosis hängt von der Schistosoma-Spezies ab, die die Infektion verursacht. Weltweit bleibt der Zugang zu diesem Präparat jedoch begrenzt.

Die Präventionsprophylaxe besteht darin, in endemischen Regionen das Baden in Süßwasser zu vermeiden. Meerwasser ist harmlos. Wenn der Kontakt mit verdächtigem Wasser unbedingt erforderlich ist, um z. B. ein Gewässer zu durchqueren, empfehlen Experten das Tragen hoher Schuhe und Hosen an den Knöcheln eng anliegen. Das Gewässer so schnell wie möglich überqueren und sobald wie möglich mit sauberem Seifenwasser abreiben.

 

Bildnachweis: Samad Deldar | Pexels

 

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