Autobahnschild nächste Ausfahrt Ruhestand

Der Ruhestand ruft: Die Berufsbezeichnung „Praktischer Arzt“ stirbt aus

Praktische Ärzte werden immer seltener: Seit 2007 ist bundesweit über ein Viertel von ihnen in den Ruhestand gegangen – und es kommen keine mehr nach. Denn seit 1992 wird die Berufsbezeichnung „Praktischer Arzt“ nicht mehr vergeben. Derzeit gibt es in Deutschland noch 8.362 aktive Praktische Ärzte. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Arzt Auskunft der Stiftung Gesundheit. Die Arzt-Auskunft ist das bundesweite Verzeichnis aller niedergelassenen Ärzte, Zahnärzte, Psychologischen Psychotherapeuten und Kliniken.

Nächste Ruhestands-Welle kündigt sich an

Das Gros der derzeit noch aktiven Praktischen Ärzte wurde in den 1950er Jahren geboren und ließ sich in den 1970er und 1980er Jahren direkt nach der Approbation ohne zusätzliche Fachspezialisierung nieder. Inzwischen naht für diese Ärzte das Ruhestandsalter. Es ist daher abzusehen, dass in den kommenden Jahren eine weitere Welle von Praktischen Ärzten ihre Praxen schließen wird.

Niederlassung nur noch in Privatpraxen möglich

Betroffen ist davon vor allem die hausärztliche Versorgung: Mehr als die Hälfte der Praktischen Ärzte ist in diesem Bereich tätig. Seit 2003 ist jedoch vorgeschrieben, dass Hausärzte eine Facharztausbildung vorweisen müssen, um sich als Kassenärzte niederzulassen – entweder als Facharzt für Allgemeinmedizin, Kinder- und Jugendmedizin oder Innere Medizin. Praktische Ärzte, die in der Übergangszeit keine spezifische Weiterbildung in der Allgemeinmedizin abgeschlossen haben, dürfen sich seitdem lediglich in Privatpraxen niederlassen.

von Nele Schümann