Belastungen für die Haut

Strapazen sind auf der Haut sichtbar

Die Haut hat generell eine große Palette von Aufgaben zu bewältigen und auch vielen, sehr unterschiedlichen Belastungen standzuhalten. Das schafft die Haut nicht allein durch komplizierte Einrichtungen, sondern sie verfügt auch über spezielle Reaktionsmechanismen. Aber nicht mit allem wird sie klaglos fertig. Dann weist sie mit Rötung, Juckreiz, Spannungsgefühl oder Schmerzen auf ihre Not hin. Einiges setzt der empfindlichen und trockenen Haut, wie sie mit der Psoriasis (Schuppenflechte) oft einhergeht, besonders zu.

Wasser und Waschen belasten die Haut

Insbesondere empfindliche Haut, die zu Trockenheit und Psoriasis neigt, bedarf sorgsamer Pflege. Zwar soll Sauberkeit sein. Aber bitte mit Maß. Seife ist ja dazu da, Schmutz und vor allem Fette von der Haut zu entfernen. Darum macht sie leider auch vor den eigenen Fetten nicht halt, die die Haut zu ihrem Schutz braucht. Bei jedem Waschen verliert die Haut also einen Teil ihres Talgs. Wäscht man sich nun häufig, oder rührt zum Beispiel oft mit den Händen im Abwaschwasser, wird die Fähigkeit der Haut zum Rückfetten überfordert. Die letzten Schutzstoffe werden aus der Haut herausgelöst. Da hilft auch kein Spülmittel, auch wenn die Reklame es noch so sehr als hautschonend anpreist. Die Haut trocknet aus, wird spröde und rissig und schließlich entsteht ein juckendes Austrocknungsekzem.

Der Säureschutzmantel erholt sich zwar in etwa einer Stunde wieder. Die Trockenheit der Haut aber wird nicht so schnell ausgeglichen. Also ist wenig Waschen die beste Lösung für Empfindliche.

Wer sich jedoch gar nicht mehr waschen würde, der riskierte natürlich auch die besten Freunde. Gegen eine kurze Dusche am Morgen ist dann auch nichts einzuwenden. Und sofort danach freut sich insbesondere empfindliche und trockene Haut über eine Creme. Denn die oberste Hornschicht saugt während des Duschens Wasser auf. Anschließend verdunstet das Wasser dann besonders schnell, weil kein Fett – es wurde eben abgewaschen – vorm Austrocknen schützt. Im Ergebnis büßt die Haut durch diese Prozedur Fett und Feuchtigkeit ein. Ein Tipp: Man muss sich nicht täglich von Kopf bis Fuß abseifen. Allenfalls Achseln und Genitalregion, wo geruchsbildende Drüsen sitzen, dürfen regelmäßig Seife zu spüren bekommen. Die kostbare Haut wird es danken.

Belastungen für die Haut: Luftfeuchtigkeit

Zentralheizungen und Klimaanlagen verringern die Luftfeuchtigkeit. Trockene Luft wird nun für viele Menschen zur Plage: Der Haut wird dann zu viel Wasser entzogen. Im Extremfall wird sie nicht nur trocken und rauh, sondern beginnt obendrein zu jucken. Hier hilft sorgfältige, auf empfindliche und trockene Haut abgestimmte Pflege.

Belastungen für die Haut: Chemikalien

Schon robuste Haut und umso mehr empfindliche Haut können gereizt werden, sogar durch Bestandteile von Kosmetika. Zu den aggressivsten Mitteln zählen die hornauflösenden Enthaarungsmittel und Chemikalien zum Drehen von Dauerwellen. Reizungen bemerkt man oft schon beim Auftragen des Mittels: Es brennt auf der Haut. Das Brennen kann nach ein paar Minuten wieder verschwinden und in Spannungsgefühl oder Juckreiz übergehen. Bei empfindlichen Menschen entwickelt sich eine Rötung und Schwellung, ähnlich einer leichten Verätzung. Aber auch wenn es einige Zeit gut geht, mit hautunfreundlichen Stoffen zu arbeiten: Die Haut ist geduldig und macht solange mit bis sie irgendwann erschöpft ist. Vielleicht auch erst ein paar Jahre vor der Rente.

 

Autor

Dr. med. Johannes Müller

 

Finden Sie den passenden Arzt für Ihre Fragen rund um
Anatomie
Haut- und Geschlechtskrankheiten