Bedürfnisse empfindlicher Haut

Ein ganz wichtiges Pflegemittel ist das Wissen um die Bedürfnisse empfindlicher Haut. Denn ihre Wünsche lassen sich meist leicht erfüllen. Geradezu aufreibende Dienste leistet die eigene Haut tagtäglich, von Kopf bis Fuß. Für ein wenig sorgsamen Umgang, etwas Unterstützung sogar, reagiert sie immer dankbar.

Welche Bedürfnisse hat die Haut?

Aufgabe der täglichen Hautpflege ist es, den natürlichen Schutzmantel der Haut zu erhalten. Darüber hinaus müssen Pflegemittel und auch Kosmetika die Haut feucht halten. Hautschutz, Pflege und Kosmetik gehen hier ineinander über.

Ein Wort zum rechten Maß: Bei Pflege wie Kosmetik gilt ebenso wie bei Medikamenten und anderen Dingen im Leben, dass der Nutzen im rechten Verhältnis zum Risiko stehen muss. So macht es wenig Sinn, durch ungeschickten Umgang mit Pflegemitteln eine Allergie zu riskieren. Um ihren Nutzen zu entfalten, müssen Hautpflegemittel auf die besonderen Bedürfnisse der verschiedenen Hauttypen eingestellt werden. Nicht jedes Mittelchen, das von der Reklame gepriesen wird, ist für jeden richtig.

Pflege trockener Haut

Eine häufige Begleiterin der Schuppenflechte (Psoriasis) ist die trockene Haut und die mit ihr einhergehende Last. Der trockenen Haut mangelt es an Fett und dadurch auch an Feuchtigkeit, die ja ohne schützende Fette zu schnell verdunstet. Das alltägliche Waschen trocknet die Haut zusätzlich aus, weil noch mehr Fett und natürliche Feuchthaltefaktoren ausgewaschen werden.

Auch der Säureschutzmantel leidet Bei trockener Haut regeneriert er sich nach der Wäsche wesentlich langsamer als bei normaler Haut. Sogar milde seifenfreie Seifen mit vielen rückfettenden Substanzen (sog. Syndets) entfetten die empfindliche Haut. Wenn bei der Körperreinigung überhaupt Waschmittel benutzt werden müssen, dann nur sehr milde Syndets mit hohem Anteil an rückfettenden Stoffen. Noch besser eignen sich Ölbäder, einige davon taugen auch zum Duschen.

Im Winter, wenn die trockene Luft der Haut noch mehr zu schaffen macht als im Sommer, sollte man nicht vor der Mühe zurückschrecken, die fetthaltigen Pflegecremes noch öfter am Tag aufzutragen. Hier gilt ausnahmsweise: viel hilft viel. Auch tagsüber kann eine fett- und nährstoffreiche Nachtcreme aufgelegt werden. Wenn eine Creme mit hohem Fettgehalt zu sehr glänzt, kann ein wenig Puder helfen.

Zur Hautpflege gehört auch ein pfleglicher Umgang mit der Haut im Alltag: Es macht keinen Sinn, erst leichtsinnig Schäden durch Seifen, Wasch- und Putzmittel oder Lösungsmittel anzurichten, und sie dann mit ein paar Cremes reparieren zu wollen.

Tägliche Pflege entsprechend der Bedürfnisse empfindlicher Haut

Die Praxis der täglichen Hautpflege ist einfach. Normale Seife sollte man seiner Haut, insbesondere natürlich im Gesicht, ersparen. Besser verträglich reinigt eine Reinigungsmilch, am besten eine Öl-in-Wasser-Emulsion, die weniger fettend wirkt. Morgens und abends reibt man das Gesicht mit kreisenden Bewegungen ein und spült anschließend mit Wasser gründlich ab. Wichtig ist immer, das Reinigungsmittel gründlich abzuspülen. Sonst bleibt es in der Haut, die Haut wird zusätzlich rauh und Pflegecremes können nicht einziehen.

Frauen entfernen vor dem Waschen gegebenenfalls Lidschatten und anderes Make-up. Dazu dient ein spezieller Make-up-Entferner. Billiger und genauso gut geht es mit einer der vielen Pflegecremes.

Als Nachtcreme bietet sich eine fetthaltigere Creme an, eine sogenannte Nährcreme oder Aufbaucreme, die einen leichten Fettfilm auf der Haut bildet. Der Effekt ist ähnlich einer Aufbaumaske: Das Fett hält Feuchtigkeit in der Haut zurück. Das leichte Glänzen stört über Nacht nicht. Noch wirksamer ist die Nachtpflege, wenn man zuvor ein Kurkonzentrat in die Haut einziehen lässt.

Zur Pflege tagsüber eignet sich eine angenehm einzureibende Emulsion. Sie kann mehr oder weniger fetthaltig sein, abhängig vom Befinden der Haut. Fühlt sich die Haut nach einem harten Tag und trockener Luft im Winter oder nach dem Schwimmen gespannt an, bevorzugt sie eine etwas stärker fetthaltige Emulsion oder Creme. Nach einem warmen Sommertag oder der Sauna bedarf es eher eine weniger fetthaltige Emulsion mit mehr Feuchtigkeit.

 

Autor

Dr. med. Johannes Müller

 

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