Autoimmunerkrankungen

Was sind Autoimmunerkrankungen?

Autoimmunerkrankungen sind eine große Gruppe von chronisch entzündlichen Erkrankungen verschiedener Organe. Alle Krankheiten treten mit unterschiedlichen Symptomen und unterschiedlichem Ausgang auf. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass das Immunsystem bei diesen Krankheiten Antikörper gegen das eigene Gewebe produziert.

Entzündungsreaktionen, Gewebeschäden und Funktionsstörungen treten auf. Autoimmunerkrankungen sind durch einen chronischen Verlauf mit Perioden von Exazerbationen (Verschlechterung des Krankheitsbildes) und Remissionen (Nachlassen von Krankheitssymptomen) gekennzeichnet.

Warum entstehen Autoimmunerkrankungen?

In den meisten Fällen tritt eine Autoimmunerkrankung plötzlich auf, die Gründe hierfür können nicht genau bestimmt werden. Der Beginn kann Stress, Infektion, Verletzung, Unterkühlung oder Überhitzung sein. Von großer Bedeutung ist der Lebensstil, die Ernährung sowie eine erbliche Veranlagung eines Menschen – das Vorhandensein einer bestimmten Variante eines Gens.

Es gibt Risikogruppen, die diesen Krankheiten häufiger ausgesetzt sind als andere:

  • Frauen im gebärfähigen Alter leiden etwa dreimal häufiger an Autoimmunerkrankungen als Männer;
  • erbliche Veranlagung: Wenn jemand in der Familie eine solche Krankheit hat, steigt das Risiko, krank zu werden;
  • Menschen sind schädlichen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Dies sind Arbeit in gefährlicher Umgebung, Leben in einer ungünstigen ökologischen Zone, chronische und akute Vergiftung, längere Sonneneinstrahlung und hohe Temperaturen. Dies beinhaltet auch Rauchen und Alkohol;
  • Infektionskrankheiten: Man nimmt an, dass das Vorhandensein spezifischer viraler oder bakterieller Infektionen in Zukunft zur Entwicklung von Autoimmunerkrankungen beiträgt.

Welche Gruppen der Autoimmunerkrankungen gibt es?

Alle Autoimmunerkrankungen lassen sich unterteilen in:

  • Systemisch – viele Organe sind betroffen (Beispiele sind systemischer Lupus erythematodes (Schmetterlingsflechte), rheumatoide Arthritis (Gelenkentzündung), systemische Sklerodermie oder das Sjögren-Syndrom).
  • Organspezifisch – einzelne Organe und Gewebe sind betroffen (Beispiele sind Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Crohn (eine chronisch entzündliche Erkrankung des Magen-Darm-Trakts), Typ-1-Diabetes mellitus).

Welche Erkrankungen treten am häufigsten auf?

Es gibt über 80 verschiedene Arten von Autoimmunerkrankungen. Die häufigsten sind:

  • Morbus Basedow (diffus toxischer Kropf (Struma)) ist eine Autoimmunerkrankung, die durch eine erhöhte Aktivität der Schilddrüse gekennzeichnet ist. Menschen, die an Morbus Basedow leiden, haben folgende Symptome: Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, unzumutbarer Gewichtsverlust, Muskelschwäche und Zittern der Hände. Die Krankheit wird mit Medikamenten behandelt, die radioaktives Jod enthalten, wodurch die hyperaktiven Zellen der Schilddrüse zerstört werden.
  • Hashimoto-Thyreoiditis: Im Zentrum dieser Krankheit steht ein entzündlicher Prozess, der zur Unterfunktion der Schilddrüse führt. Bei der Hashimoto-Thyreoiditis nimmt die Schilddrüse häufig zu und ihre Umrisse werden sichtbar. Die Zunahme geht mit Ohnmacht, Gewichtszunahme, Depression, Muskelschwäche, Unverträglichkeit gegenüber Kälte, trockenem Haar und trockener Haut sowie Verstopfung einher. Es gibt keine spezifische Behandlung, jedoch ist eine symptomatische Behandlung mit Hormonersatzmitteln sehr effektiv.
  • Systemischer Lupus erythematodes (Schmetterlingsflechte): Bei dieser Krankheit greift das Immunsystem verschiedene Körperzellen an, was zu Schwellungen führt, die verschiedene Organe betreffen. Oft geht die Krankheit mit Gelenkschmerzen, Hautausschlag und Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht einher. Ein wichtiger Punkt für Patienten ist es, Stresssituationen und direktes Sonnenlicht zu vermeiden und sich an eine Diät zu halten.
  • Typ-1-Diabetes wird normalerweise im Kindesalter oder in jungen Jahren (bis zu 30 Jahren) diagnostiziert. Die Insulinmenge nimmt ab, was zu einem Anstieg des Blutzuckers führt. Typ-1-Diabetes erfordert Insulinverabreichung und Blutzuckerkontrolle, Diät und regelmäßige Bewegung.

Weitere häufige Erkrankungen

  • Rheumatoide Arthritis entsteht durch einen Angriff des Immunsystems auf das Gelenkgewebe, der zu Muskelschmerzen, Gelenkdeformitäten, allgemeiner Schwäche, Appetit- und Gewichtsverlust und im fortgeschrittenen Krankheitsstadium zu Behinderungen führen kann. Die Behandlung wird individuell ausgewählt und zielt darauf ab, Schmerzen, entzündliche Reaktionen in den Gelenken zu lindern und deren Funktion zu erhalten.
  • Systemische Sklerodermie ist eine seltene chronische Erkrankung mit unbekannter Ätiologie, die durch die Entwicklung einer diffusen Fibrose sowie durch pathologische Veränderungen der Blutgefäße der Haut, der Gelenke und der inneren Organe (insbesondere der Speiseröhre, der unteren Teile des Magen-Darm-Trakts, der Lunge, des Herzens und der Nieren) gekennzeichnet ist.
  • Das Sjögren-Syndrom ist eine chronische autoimmune systemische Läsion des Bindegewebes, die sich durch die Beteiligung am pathologischen Prozess der endokrinen Drüsen, hauptsächlich des Speichels und der Tränendrüse, manifestiert.

Eine vollständige Heilung der Autoimmunerkrankung ist heute nicht möglich. Änderungen des Lebensstils, Diäten, regelmäßige Bewegung, Ruhe, Vermeidung von Stresssituationen spielen jedoch eine sehr wichtige Rolle bei der Begrenzung der Entwicklung der Krankheit und können die Lebensqualität des Patienten erheblich verbessern.

 

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