Augen: Beteiligung bei Systemerkrankungen

Augen sind häufig bei Systemerkrankungen (wie Diabetes) beteiligt

Bei den gesamten Körper betreffenden Krankheiten – sogenannten Systemerkrankungen – können begleitend Erkrankungen der Augen auftreten, von einer Sehbehinderung bis hin zur Erblindung bei Diabetes. Bei der Zuckerkrankheit leiden alle Augenstrukturen unter der Krankheit. Die Manifestationen von Augenerkrankungen sind sehr unterschiedlich. Zur vollständigen Diagnose diabetischer Augenläsionen wird eine Untersuchung mit speziellen diagnostischen Linsen bei maximaler Pupillenerweiterung durchgeführt.

Welche Augenerkrankungen werden durch Diabetes verursacht?

Die diabetische Retinopathie (Netzhautschaden) führt zu Sehstörungen bei Diabetes. Das Risiko für Netzhautschäden steigt mit fortschreitendem Diabetes. Wird eine Retinopathie im Frühstadium nicht erkannt oder nicht behandelt, führt dies mit der Zeit zu völliger Erblindung. Bei Erwachsenen mit Typ-1-Diabetes tritt sie in den ersten fünf Jahren dieser Erkrankung selten auf. Eine intensive Blutzuckerkontrolle kann das Risiko dieser Komplikation erheblich senken.

Patienten mit Typ-2-Diabetes weisen in der Regel zum Zeitpunkt der Diagnose bereits erste Anzeichen von Netzhautveränderungen auf. Eine wichtige Rolle bei der Verlangsamung des Fortschreitens der Retinopathie spielt in diesem Fall die Kontrolle des Blutzuckers, des Blutdrucks und des Cholesterinspiegels.

Retinopathie als Begleiterkrankung

Derzeit werden drei Stadien der diabetischen Retinopathie unterschieden. Die Behandlung hängt vom individuellen Krankheitsstadium ab:

  • Die nicht proliferative Form der diabetischen Retinopathie kann ziemlich lange stabil verlaufen, ohne sich zu verschlechtern. Sie kann sogar vor dem Hintergrund einer Kompensation von Diabetes und einer Senkung des Blutdrucks zurückgehen. Die Behandlung umfasst die Normalisierung von Blutzucker und Blutdruck.
  • Das nächste Stadium ist präproliferativ: Auch zu diesem Zeitpunkt ändert sich die Sehkraft nicht. Wenn dieses Stadium jedoch unbehandelt bleibt, kann es schnell zum nächsten Stadium der Retinopathie übergehen. Die Behandlung umfasst neben der Normalisierung des Blutzuckers und des Blutdrucks auch die Laserkoagulation der Netzhaut.
  • Die schwerste Form der Retinopathie ist proliferativ: Manchmal bemerkt der Patient das Auftreten schwebender dunkler Flecken vor dem Auge. Im Augenhintergrund sind deutliche Veränderungen zu beobachten – das Wachstum neu gebildeter Gefäße und des Bindegewebes, was zu einer irreversiblen Abnahme des Sehvermögens und sogar zu Blindheit führen kann. In diesem Stadium ist eine Laser-Netzhautkoagulation dringend erforderlich. Die Behandlung in diesem Stadium führt jedoch nicht immer zu einer anhaltenden positiven Wirkung.

Schädigung der Augen bei Systemerkrankungen: Katarakt

Eine weitere Komplikation bei Diabetes ist eine Trübung der Augenlinse – ein diabetischer Katarakt. Eine Trübung der Linse kann jederzeit auftreten. Sie führt zu einer Verschlechterung des Sehvermögens. Die Kataraktbehandlung erfolgt durch Implantation einer neuen Linse.

 

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