Aufwärmtraining

Aufwärmtraining statt Rekordversuche

Ein Aufwärmtraining ist wichtig. Ganz gleich, ob es im Sport auf Ausdauer oder Schnelligkeit ankommt, spezielle Bewegungsabläufe oder besonders flexible Gelenke gefragt sind – von null auf hundert in wenigen Sekunden geht es nun mal nicht. Probiert man es trotzdem, rächt sich der Körper unter Umständen mit Zerrungen und sogar Schlimmerem und erinnert so schmerzhaft: Da war doch noch was? Richtig, die Aufwärmphase.

Das Aufwärmtraining als Chance für Muskeln, Bänder und Gelenke

Muss sich der Körper nicht besonders anstrengen, verharren auch Muskeldurchblutung und Energiestoffwechsel im Schongang. Bevor auch nur ein Zeh gekrümmt wird, sollten Muskeln, Bänder und Gelenke deshalb die Chance erhalten, sich an ihre kommenden Aufgaben zu gewöhnen.

Mit dem Aufwärmen kommt der Energiestoffwechsel auf Touren und die Körpertemperatur steigt dadurch leicht an. Geschmeidigkeit und Zusammenspiel von Muskeln, Sehnen und Bändern nehmen zu, allgemeine Beweglichkeit und Koordinationsfähigkeit verbessern sich. Der Körper erreicht nach und nach seine volle Leistungsfähigkeit. Derart fit und bereit drohen am wenigsten Verletzungen.

Gut aufgewärmt drohen kaum Verletzungen

Zugegeben: Aufwärmübungen haben selten Unterhaltungswert. Wer auch noch nicht recht weiß, was er tun soll, überspringt leicht mal diese wichtige Phase. Je einfacher also die Aufwärmübungen, desto eher überwindet man sich.

Bewährt hat sich zum Beispiel dieses Vorgehen: Man beginnt mit Bewegungsübungen der großen Muskelgruppen an Schultern, Rücken, Bauch und Oberschenkeln. Beim anschließenden Dehnen besonders beanspruchter Körperregionen darf man sich bis an die Schmerzgrenze herantasten. Jede Dehnungsübung muss mindestens zehn Sekunden dauern – erst dann gelangen die Sehnen zu ihrer optimalen Länge, und die Übung erfüllt ihren Zweck.

Aufwärmtraining lohnt sich

Den Abschluss der Aufwärmphase bilden schließlich die typischen Bewegungsabläufe der jeweiligen Sportart. So kann etwa ein Kurzstreckenläufer mit der Lockerung der Beine beginnen, dann kurze Sprints einlegen und zum Schluss die Startphase trainieren. Optimales Timing vorausgesetzt, sollten zwischen Aufwärmphase und Trainings- oder Wettkampfbeginn nicht mehr als fünfzehn Minuten liegen. Sonst erkaltet der Organismus wieder und die Mühe war vergebens.

 

Autoren:

Dr. med. Gerold Schwartz und Michael Dirk Prang

 

Finden Sie den passenden Arzt für Ihre Fragen rund um

Sportmedizin
Sportverletzungen