Ataxie

Was ist Ataxie?

Ataxie ist eine pathologische Erkrankung, bei der die Bewegungskoordination eines Menschen vollständig gestört ist. Sie tritt meist vor dem Hintergrund anderer Erkrankungen des Nervensystems auf. Der Betroffene kann nicht richtig stehen oder gehen (Gehstörung), seine Bewegungen werden ungenau. Gleichzeitig gibt es von der klinischen Seite keine oder praktisch keine Veränderungen: Lähmungen, Paresen (leichte Lähmung, Schwäche) oder Muskeltonusänderungen fehlen.

Wie klassifizieren Mediziner Ataxie? Welche Formen gibt es?

  • Sensorische Ataxie: Die Ursache der Krankheit ist in der Regel ein Hirntumor, eine Gefäßerkrankung, eine Schädigung der hinteren Nerven usw. Der Patient kann beispielsweise seine Beine beim Gehen übermäßig beugen. Oder er kann die Oberfläche, auf der er geht, nicht vollständig fühlen.
  • Zerebelläre Ataxie: Der Grund ist eine Schädigung des Kleinhirns durch Multiple Sklerose (MS), eine genetische Veranlagung, Enzephalitis (Entzündungsprozess in der Substanz des Gehirns), einen Tumor oder andere Krankheiten. Wenn die Läsion durch einen erblichen Faktor verursacht wird, macht sich die Krankheit in der Regel nach rund 35 Jahren bemerkbar.
  • Vestibulare Ataxie: Der Grund ist eine Schädigung des Vestibularapparates, die auftreten kann, wenn der Patient einen Gehirntumor, eine Enzephalitis oder ähnliche Krankheiten hat. Diese Art von Ataxie ist durch Schwindel und Übelkeit gekennzeichnet, die sich verstärken, wenn der Patient seinen Kopf bewegt. Deshalb bewegt sich der Patient langsam und vorsichtig und versucht, den Kopf ruhig zu halten.
  • Kortikale Ataxie wird durch Abszesse, bösartige Neubildungen und zerebrovaskuläre Unfälle (also den Kopf oder die Wirbelsäule betreffend) verursacht. Diese führen letztendlich zu verschiedenen Läsionen der Frontalregion. Am häufigsten kommt es in der Folge bei Patienten zu Funktionsstörungen der unteren Extremitäten.

Wie äußert sich die Bewegungsstörung?

Ein Patient mit dem Ataxie-Syndrom kann nicht normal gehen. Auch die Krankheit ist durch weite Bewegungen gekennzeichnet: große Schritte, gespreizte Hände beim Gehen. Oft bewegt sich der Patient langsam. Betrifft die Störung die oberen Gliedmaßen, leiden auch die motorischen Fähigkeiten der Hände, so dass die Durchführung einfacher Handlungen (Anziehen, Waschen) für den Betroffenen schwierig ist. Die Krankheit kann auch von Sprachbehinderungen (in diesem Fall wird die Sprache langsamer, länger), Sehbehinderungen, Depressionen und einer Abnahme der geistigen Fähigkeiten begleitet werden.

Welche Methoden umfasst die Ataxie-Behandlung?

Der Umfang der Behandlung hängt von Art und Ursache der Erkrankung ab. In der Regel umfasst es körperstärkende medikamentöse und physiotherapeutische Übungen. Späte zerebelläre Ataxie kann nur chirurgisch behandelt werden. Durch die Therapie kann der Patient in der Regel nicht mehr zum Alltag zurückkehren, aber die Lebensqualität und -dauer verbessern sich.

 

Finden Sie den passenden Arzt für Ihre Fragen rund um
Nervenheilkunde
Neurochirurgie
Neuropathologie