Allergischer Schock

Was ist ein allergischer Schock?

Wenn sich das Immunsystem des Körpers gegen Allergene wehrt, setzt es u. a. das Hormon Histamin frei. Eine der Wirkungen des Histamins ist die Senkung des Blutdrucks, denn es erweitert die vielen kleinen Blutgefäße, die Adern, die den ganzen Körper durchziehen. Durch diese Erweiterung der Blutgefäße kann in extremen Fällen der Blutdruck soweit fallen, dass die Kreislaufregulation komplett ausfällt. Diesen Zustand bezeichnen die Ärzte als allergischer Schock.

Ist der Kreislauf zusammengebrochen, werden die Körperzellen nicht mehr oder nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, und auch die Stoffwechselprodukte, die Abfallprodukte, werden nicht mehr abtransportiert. Dadurch droht einzelnen Zellen und sogar ganzen Gewebsteilen Gefahr, sie können dadurch absterben.

So ein Schock wird nicht nur durch heftige allergische Reaktionen ausgelöst, sondern auch durch Verletzungen, schwere Infektionen, Verbrennungen oder auch extreme psychische Situationen.

Die Stadien eines Schocks

Ein allergischer Schock durchläuft drei verschiedene Stadien mit jeweils unterschiedlichen typischen Merkmalen:

Erstes Stadium:

Um die Gefahr für die lebenswichtigen Organe zu reduzieren, zieht der Körper Blut aus den Randbereichen des Körpers wie Armen, Beinen und Haut ab, um die Blutversorgung lebenswichtiger innerer Organe wie Herz, Gehirn, Leber oder Nieren möglichst lange sicherzustellen.

Die Symptome des Schocks im ersten Stadium sind blasse, kühle Haut, kalte Hände und Füße, Arme und Beine, Ausbruch von kaltem Schweiß, beschleunigter Puls und sehr niedriger Blutdruck.

Zweites Stadium:

Die zahlreichen kleinen Muskeln der Blutgefäße in den äußeren Körperbereichen erschlaffen. Dadurch erweitern sich die Gefäße in der Körper-Peripherie und so strömt das Blut wieder in die Haut, die Beine und die Arme. Dadurch fällt sehr schnell der Blutdruck in Hirn und Herz.

Die Symptome des zweiten Stadiums: Der Blutdruck fällt weiter, der Puls beschleunigt sich. Der Betroffene zeigt Unruhe, oberflächliche Atmung und sogar Eintrübung des Bewusstseins.

Drittes Stadium:

Der Sauerstoffmangel verursacht dauerhafte Schäden vor allem an lebenswichtigen Organen wie Gehirn, Herz, Leber und Nieren. Wenn keine Hilfe kommt, kann der Schock in diesem Stadium zum Tod führen.

Die Symptome des dritten Stadiums: Die Haut verfärbt sich bläulich, der Puls lässt sich kaum mehr tasten, der Blutdruck ist nicht mehr messbar, die Atmung geht schnell und oberflächlich, der Betroffene verliert das Bewusstsein.

Allergischer Schock: Welche Allergene sind besonders gefährlich?

Die Gefahr eines allergischen Schocks bergen insbesondere Allergene, die in den Körper hineingelangen:

  • Arzneimittel wie Penicillin und Kontrastmittel
  • Insektengifte wie Bienen- und Wespengift
  • Nahrungsmittel

Egal was den Schock ausgelöst hat, es muss sofort ein Arzt her. Als Sofortmaßnahme legt man den Schockpatienten auf den Boden, hebt seine Beine hoch, und legt sie auf zum Beispiel einen Stuhl. Wurde die allergische Reaktion durch Insektengift ausgelöst, versucht man natürlich den Stachel der Biene oder Wespe zu entfernen, damit nicht unnötig mehr Insektengift in den Körper gelangt.

 

Autor
Dr. med. Johannes Müller-Steinmann

 

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