Evozierte Potentiale: Akustisch evozierte Potentiale

Was sind akustisch evozierte Potentiale (AEP)?

Akustisch evozierte Potentiale sind Schwankungen der elektrischen Spannung, die im akustischen System (Innenohr, Hörnerv, gehörbezogene Hirnareale) auftreten und eine Reaktion auf externe Schallreize darstellen. Akustisch evozierte Potentiale werden zur Untersuchung und zum Testen des Hörnervs auf Erkrankungen oder Hirntumoren eingesetzt. Der Nerv wird bei der Untersuchung gereizt und die Reaktionen beobachtet. Dazu kommen gezielt gesetzte akustische Reize (Klicks) zum Einsatz. Dadurch entstehen Schwankungen. Ein spezielles medizinisches Gerät zeichnet diese auf und verarbeitet die Schwankungen.

Wodurch zeichnen sich akustisch evozierte Potentiale aus?

  • die Latenz: der Zeitpunkt des Auftretens von akustisch evozierten Potentialen in Bezug zum Zeitpunkt der Anwendung des Schallreizes, gemessen in Millisekunden
  • die Amplitude: die Größe der Abweichung der elektrischen Spannung (des Potentials) zwischen den Messelektroden und der Neutralelektrode, gemessen in Mikrovolt
  • Amplitudenkoeffizienten: das Verhältnis der Amplitudengrößen zu den verschiedenen Komponenten

Latenz und Amplitude hängen wesentlich von der Stärke des Schallreizes ab: Je stärker der Reiz, desto kürzer die Latenz und desto höher die Amplitude der akustisch evozierten Potentiale.

Was sind Indikationen für die Methode der akustisch evozierten Potentiale?

Bei der Diagnose des Hörvermögens von Kindern wird diese Methode zu folgenden Zwecken eingesetzt:

  • Hörscreening für Säuglinge und Kleinkinder;
  • Erstellung von Indikationen für die Anpassung von Hörprothesen;
  • Diagnose von peripheren und zentralen Hörstörungen;
  • Diagnose einer gehörbezogenen Neuropathie (periphere Nervenschäden);
  • Berechnung der erforderlichen elektroakustischen Parameter von Hörgeräten.

Bei der Diagnose des Hörvermögens von Erwachsenen kommen akustisch evozierte Potentiale in folgenden Fällen zum Einsatz:

  • Diagnose neuronaler Störungen, insbesondere von Tumoren des Hörnervs;
  • ärztliche und arbeitsmedizinische Untersuchung von Hörstörungen, insbesondere durch Industrielärm verursacht;
  • objektive Bewertung der Hörschwellen.

Wie läuft eine Untersuchung ab?

Eine Aufzeichnung akustisch evozierter Potentiale ist über die Hautoberfläche möglich. Dazu erhält der Patient normalerweise zwei aktive Elektroden, von denen sich eine am Ohrläppchen und die andere im oberen Teil der Stirn befindet. Darüber hinaus kommt eine neutrale Elektrode zum Einsatz, deren Position keine Rolle spielt. In der Regel befindet sich diese jedoch auf der Stirn des Patienten. Über Kopfhörer ertönen sogenannte Klicks, die einen akustischen Reiz auslösen. Die Elektroden sind mit einem Aufzeichnungsgerät verbunden, das die Reizverarbeitung erfasst.

 

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