Barrierefreiheit der medizinische Versorgung

Barrierefreiheit im Gesundheitswesen sicherzustellen, wird eine der großen Aufgaben der nächsten Jahre. Arztpraxen und Krankenhäuser haben zum Teil erhebliche Defizite in der Barrierefreiheit. So können sich Blinde und Sehbehinderte zum Beispiel schlecht zurechtfinden, Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte werden durch Hindernisse gestoppt, Gehörlose und Hörgeschädigte haben Kommunikationsschwierigkeiten.


Paralympics-Siegerin Daniela Schulte über die Bedeutung der Barrierefreiheit (01:01 Min.)

Die Stiftung Gesundheit Fördergemeinschaft setzt ihre Mittel ein, um Menschen mit Behinderung gleichwertigen Zugang zu medizinischer Versorgung zu ermöglichen. Im Rahmen der Aufgaben der Stiftung Gesundheit, durch Informationen zur Transparenz im Gesundheitswesen beizutragen, widmet sie sich drei Schwerpunkten:

  • Verbesserung des Zugangs zu medizinischer Versorgung für Menschen mit Behinderung durch Informationsangebote, insbesondere dem Verzeichnis barrierefreier Arztpraxen in Deutschland unter dem Dach der Arzt-Auskunft
  • Verbesserung der Barrierefreiheit von Arztpraxen durch Information der niedergelassenen Ärzte über Erfordernisse und Möglichkeiten barrierefreier Ausstattung und Hilfestellungen zu deren Umsetzung
  • besserer Zugang zu Informationen durch barrierefreie Gestaltung von Informationsangeboten, insbesondere von barrierefreien Websites zur Gesundheitsinformation

Gemeinsam mit ihren Partnern betreibt und fördert die Stiftung Gesundheit Fördergemeinschaft folgende Projekte zur Barrierefreiheit in der Medizin:

Projekt „Praxis-Tool Barrierefreiheit“

Gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) entwickelt die Stiftung Gesundheit Fördergemeinschaft eine web-basierte Informationsplattform für niedergelassene Ärzte, die Praxisinhaber interaktiv und praxisorientiert bei der Umsetzung von Barrierefreiheit unterstützen soll. Unter dem Arbeitstitel „Praxistool Barrierefreiheit“ entsteht ein Expertensystem für Heilberufler, die die Niederlassung planen oder durch Praxisverlegung mit (Um-)Baumaßnahmen befasst sind. Unter Einbindung zahlreicher Partner aus Wirtschaft und Politik wird das „Praxis-Tool Barrierefreiheit“ Ärzte mit auf ihr ganz individuelles Profil zugeschnittenen Informationen beim Umbau der Arztpraxis nach Grundsätzen der Barrierefreiheit begleiten.

Mehr über das Projekt „Praxis-Tool Barrierefreiheit“


Projekt „Barrierefreie Praxis“

Das Projekt „Barrierefreie Praxis“ baut auf der Arzt-Auskunft der Stiftung Gesundheit auf und erweitert sie um Informationen zum Grad der Barrierefreiheit der Arztpraxen in ganz Deutschland. Dies fördert die Möglichkeiten von Menschen mit Behinderung zur Teilhabe und generell den Zugang zur ärztlichen Versorgung, indem sie gezielt nach barrierefreien Arztpraxen suchen können. Strukturell stellt die Arzt-Auskunft mit dem Projekt „Barrierefreie Praxis“ ein Instrument zur Verfügung, welches es erleichtert bereits vorhandene Ressourcen und einzelne Komponenten der Barrierefreiheit in Praxen zu identifizieren. Ärzte haben so die Gelegenheit, ihre Praxis mit Angaben zur Barrierefreiheit zu präsentieren und damit auch Patienten mit Behinderungen ihre Services darzubieten.

Mehr über das Projekt „Barrierefreie Praxis


Projekt „namo – nahtlos mobil“

Im Rahmen eines deutschlandweiten Großprojektes, unter anderem der Öffentlichen Nahverkehrseinrichtungen, der Deutschen Bahn und der Bundesministerien für Bildung und Forschung (BMBF) sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), liefert die Stiftung Gesundheit Fördergemeinschaft Informationen zur Barrierefreiheit von Arztpraxen für einen künftigten Verbund der Fahrgastinformationssysteme. Damit soll es älteren Menschen und Menschen mit Behinderung in Zukunft besser möglich sein, eine barrierefreie Reiseroute mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu beliebigen Zielen in Deutschland zu planen – natürlich auch zu medizinischen Versorgungseinrichtungen. Die Fördergemeinschaft trägt so zu mehr Selbstbestimmung im Leben von älteren Menschen und Menschen mit Behinderung bei.

Mehr über das Projekt „namo – nahtlos mobil“


Atlas der Barrierefreiheit

Stiftung Gesundheit und die Fördergemeinschaft erheben kontinuierlich Stand und Trends der Barrierefreiheit von Arztpraxen in Deutschland. Auf Basis des differenzierten Kriterienkatalogs wird so im Detail die Abbildung der bundesweiten Versorgungslage mit Blick auf die Barrierefreiheit erstellt und fortgeschrieben. Die Forschungen richten sich einerseits auf die Weiterentwicklung der Validierungsstrategien und andererseits auf die Entwicklung weiterer Nutzungsmöglichkeiten für diese detaillierte bundesweite Informationsbasis.

Ein großes Potenzial, bei weitem noch nicht gehoben und dienstbar gemacht.
Veredelt mit dem Projekt „Barrierefreie Praxis“ wird die Arzt-Auskunft zum Analyse- und Planungswerkzeug. Zu jedem niedergelassenen Arzt und medizinischen Versorgungszentrum sind die jeweiligen Fachdisziplinen, Serviceangebote sowie detaillierten Vorkehrungen der Barrierefreiheit in der bundesweiten Info-Basis verzeichnet. Mit diesen Informationen lassen sich vielerlei Analysen leicht bewerkstelligen. Dafür streben wir die Entwicklung eines universellen Werkzeugs an, mit dessen Hilfe eine detaillierte Analyse der Barrierefreiheitsgrade in der ambulanten ärztlichen Versorgung in Deutschland zu ermitteln ist. Der „Atlas der Barrierefreiheit“ ist Bestandteil des „Atlas des medizinischen Versorgungszugangs.“

Mehr über das „Atlas des medizinischen Versorgungszugangs.“


Barrierefreies Internet

Die Stiftung Gesundheit Fördergemeinschaft setzt ihre Mittel auch dafür ein, barrierefreie Informationsangebote im Internet zu entwickeln. So wurde im Rahmen des Projekts „einfach teilhaben“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) eine vollständig barrierefreie Arztsuche auf Basis der Arzt-Auskunft entwickelt und in das Angebot integriert. Darüber hinaus fördert die Stiftung Gesundheit Fördergemeinschaft die Verbreitung von Know-how zum barrierefreien Internet durch ihre Unterstützung der Website-Zertifizierung der Stiftung Gesundheit.



Kooperationspartner

Bei den Projekten zur Verbesserung der Barrierefreiheit der medizinischen Versorgung arbeitet die Stiftung Gesundheit Fördergemeinschaft mit unterschiedlichen  Institutionen und Persönlichkeiten aus Politik,Verbänden und Wirtschaft zusammen:

  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
  • Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi)
  • Bundesminsiterium für Bildung und Forschung (BMBF)
  • Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)
  • Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit (BKB)
  • Stiftung Gesundheit
  • Springer Medizin (Ärzte-Zeitung)
  • Gesellschaft für Gesundheitsmarktanalyse (GGMA)
  • Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV)
  • Technische Universität Dortmund
  • u. v. m.