Zum Welt-Asthma-Tag: Wenn plötzlich die Luft weg bleibt

Die Sonne scheint und die Kinder aus der Nachbarschaft spielen draußen fangen. Auch Julian möchte mit den anderen toben. Aber Julian kann nicht einfach raus und spielen – nicht in der Heuschnupfen-Saison. Bevor er also den anderen Jungs hinterherjagt, nimmt er einen tiefen Zug aus seinem Inhalator, zum Schutz vor Atemnot. Julian hat allergiebedingtes Asthma.

Heuschnupfen, Tierhaare, Anstrengungen, Stress und Zigarettenrauch – es gibt viele verschiedene Auslöser für einen Asthma-Anfall. Laut „Lungenärzte im Netz“ leiden in Deutschland etwa acht Millionen Menschen an Asthma. Im Kindesalter ist Asthma bronchiale die häufigste chronische Erkrankung. Rechtzeitig erkannt und regelmäßig behandelt, können Betroffene jedoch mit ihrer Erkrankung gut leben. Auf Arzt-Auskunft.

Aber was geschieht überhaupt im Körper eines Asthmatikers? Leidet ein Mensch an Asthma sind die unteren Atemwege, also die Bronchien, dauerhaft in Entzündungs- sowie Abwehrbereitschaft. Äußere Einflüsse, wie stickige Luft und Rauch, verstärken diesen Zustand. Da die Bronchien von Asthmatikern auf äußere Einflüsse, wie Pollen und Zigarettenrauch, überempfindlich reagieren, sind sie dauerhaft überempfindlich und entzündet. Kleinste Reize führen dann dazu, dass die Bronchien sich verengen: Die Schleimhäute schwellen an und bilden schlagartig große Mengen zähen Schleims. Die Atemmuskulatur ist schließlich völlig überlastet. Die Betroffenen bekommen kaum noch Luft und haben das Gefühl eines zusammengedrückten Brustkorbs. Das Hauptproblem bei einem Anfall ist das Ausatmen. So verbleibt bei jedem Atemzug alte Luft in der Lunge. Diese verhindert, dass genügend frische Luft aufgenommen werden kann. Dieser Kreislauf verstärkt die Atemnot zusätzlich.

Wenn Sie wissen möchten, wie sich ein Asthmatiker bei einem Anfall fühlt, versuchen Sie einmal folgendes: Nehmen Sie sich einen Strohhalm in den Mund, halten Sie sich die Nase zu und versuchen Sie, nur durch den Strohhalm zu atmen. Sie werden schnell feststellen, dass Sie zwar noch einigermaßen einatmen können, es aber fast unmöglich erscheint, die Atemluft schnell genug wieder auszustoßen. Die Folge: Sie bekommen kaum noch Luft – weg mit dem Strohhalm. Für Asthmatiker ist die Lösung nicht ganz so einfach.

Aber wann kommt es zu einem Asthma-Anfall? Eine Atemnot ist nicht dauerhaft vorhanden. Sie kommt meistens ganz überraschend. Erst wenn die sogenannten Trigger, also Auslöser, die Lunge reizen, reagiert das Abwehrsystem über. Welche Stoffe die Reaktion auslösen, ist individuell unterschiedlich. Bei manchen Menschen sind es Pollen, bei anderen Hausstaub oder Tierhaare. Die Kombination aus der ständigen Entzündungsbereitschaft der Bronchien, zusammen mit entsprechenden Auslösern führt zu einem Anfall.

Asthma ist in der Regel nicht heilbar. Aber es gibt viele Methoden, um die Beschwerden zu lindern und so ein ganz normales Leben zu führen. Verschiedene Medikamente wirken vorbeugend und verhindern, dass Anfälle überhaupt erst entstehen. Zudem sollten Asthmatiker ihre Notfall-Medikamente immer bei sich tragen und die Asthma-Auslöser meiden. Besonders wichtig ist jedoch eine regelmäßige ärztliche Kontrolle. Dabei werden die Lungenfunktion, beschwerdefreie Zeiten und Wachstumsphasen bei Kindern dokumentiert. Nur ein Arzt kann die Medikation so einstellen, dass die Beschwerden sich auf ein Minimum reduzieren. Also gilt: Bei Atemproblemen schnellstmöglich und regelmäßig einen Lungenfacharzt aufsuchen. Denn früh erkannt, kann Asthma gut behandelt werden.

von Birgit Pscheidl, 7. Mai 2013

Wilhelmine Wulff / pixelio.de

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