Stark schwitzen – gesund oder gefährlich?

Schwitzen kann gesund sein, oder sogar schön machen. Dies ist beim Sport, in der Sauna oder im Dampfbad der Fall. Eine erhöhte Schweißproduktion kann jedoch für Betroffene zur Qual werden. Viele Menschen leiden darunter, dass sie besonders unter den Achseln stark schwitzen. Gerade im Sommer, wenn man dünne, eng anliegende Kleidung trägt, kann dies sehr unangenehm sein. Die Schweißflecken unter den Armen sind besonders auffällig und stören sehr. Um diesem Problem zu entgehen, ziehen Betroffene weitere Kleidung an und achten darauf, dass deren Farbe die Schweißflecken nicht noch besonders zur Geltung bringt. Doch das genügt meist nicht und Betroffene verlieren den Spaß am Sommer.

Schwitzen regelt die Körpertemperatur

Grundsätzlich ist Schwitzen gesund, denn beim Schwitzen gibt der Körper überschüssige Wärme ab und reguliert damit die Körpertemperatur. Der menschliche Organismus versucht, den Idealwert von ca. 37 Grad Celsius Körpertemperatur zu halten. Überhitzt der Körper, so reagiert er mit Schwitzen, indem er wässriges Sekret auf der Haut verdunstet und somit den Wärmehaushalt reguliert.

Gesundes Schwitzen – durch Sport, Sauna und Dampfbad

In der Sauna, im Dampfbad oder beim Sport gibt die Haut Flüssigkeit durch Schwitzen ab. Flüssigkeitsnachschub kommt aus dem Blutserum und aus dem umliegenden Gewebe aus den Zellzwischenräumen. In diesen Zellzwischenräumen lagern Stoffwechselabfälle und Säurebildner beispielsweise aus zu eiweißreicher Kost. Diese Stoffe werden beim gesunden Schwitzen nach außen getragen und das Ergebnis ist ein frischer-rosiger Teint. Schwitzen befreit außerdem von Wassereinlagerungen im Bindegewebe. Außerdem enthält Schweiß körpereigene Lipide (Fette), die fast wie eine Bodylotion wirken. Das gesunde Schwitzen hat noch weitere positive Aspekte, wie das Entgiften des Körpers und die Stabilisierung des Immunsystems.

Unangenehmes Schwitzen durch übermäßige Schweißproduktion

Schwitzen kann jedoch auch sehr unangenehm sein. Überall am Körper sind Schweißdrüsen verteilt, die eigentlich geruchlosen Schweiß ausscheiden. Doch wenn Bakterien ins Spiel kommen, die es auf Harnstoff, Eiweiß, Milchsäure etc. abgesehen haben, zersetzen sie diese. Dabei wird Buttersäure freigesetzt, die unangenehm riecht. Befindet sich der Körper in einer Phase der hormonellen Veränderung, was beispielsweise in den Wechseljahren oder in der Pubertät der Fall ist, kann sogar ganz frischer Schweiß unangenehm riechen.

Beim Menschen unterscheidet man zwei unterschiedliche Schweißdrüsen-Typen: ekkrine und apokrine Schweißdrüsen. Verantwortlich für die Regulation des menschlichen Wärmehaushalts sind die ekkrinen Schweißdrüsen. Sie sitzen überall auf unserem Körper verteilt, vermehrt treten sie aber im Areal der Handinnenflächen, unter den Achseln, in der Ellenbeuge, auf der Stirn und unter den Fußsohlen auf. Der Schweiß, der von den apokrinen Drüsen produziert wird, tritt vor allem aus Drüsen um die Brustwarzen, den Achselhöhlen oder dem Genitalbereich aus. Unter den Armen kann der Schweißgeruch besonders stark sein, da es dort dunkel und warm ist – das mögen Bakterien.

Schwitzen als Krankheitssymptom

Das Schwitzen kann auch Symptom verschiedener Krankheiten sein. Die sogenannte Hyperhidrose verursacht nasse Hände, Schweißperlen auf der Stirn oder Achselschweiß. An solchen Körperstellen liegen viele Schweißdrüsen, begrenzt auf eine kleine Fläche, relativ eng nebeneinander. Dazu kommt, dass die ekkrinen Drüsen stark vergrößert sind. Eine seltene Schwitzkrankheit ist die Chromhidrose oder Chromhidrosis. Hier verursachen apokrine Schweißdrüßen vor allem im Bereich der Achseln sogar farbigen Schweiß, der auf der Bekleidung stark sichtbar ist und sehr unangenehm sein kann.

Schwitzen als Krankheitssymptom

Das Schwitzen kann auch Symptom verschiedener Krankheiten sein. Die sogenannte Hyperhidrose verursacht nasse Hände, Schweißperlen auf der Stirn oder Achselschweiß. An solchen Körperstellen liegen viele Schweißdrüsen, begrenzt auf eine kleine Fläche, relativ eng nebeneinander. Dazu kommt, dass die ekkrinen Drüsen stark vergrößert sind. Eine seltene Schwitzkrankheit ist die Chromhidrose oder Chromhidrosis. Hier verursachen apokrine Schweißdrüßen vor allem im Bereich der Achseln sogar farbigen Schweiß, der auf der Bekleidung stark sichtbar ist und sehr unangenehm sein kann.

Medizinische Hilfe bei übermäßigem Schwitzen

Immer noch wenig bekannt ist, dass Botox seit fast 20 Jahren zur Therapie gegen übermäßiges Schwitzen als Arzneimittel zugelassen ist. Bei dieser effektiven Behandlung kommt die Eigenschaft von Botox® zum Einsatz, winzige, lokale Lähmungen in der Haut zu erzeugen. Zur Glättung von Gesichtsfalten ist dieses Wirkprinzip mittlerweile bekannt, jedoch kann es genauso zur Blockierung der Schweißsekretion genutzt werden. Ein operatives Entfernen der Schweißdrüsen, wie es oft angewandt wurde, ist also nicht mehr notwendig. Durch die Injektion von Botox® unter den Achseln wird die Tätigkeit der Drüsen eingeschränkt und das übermäßige Schwitzen auf ein normales Maß reduziert.

Wie läuft eine Behandlung ab und wie lange hält sie?

Das Botulinum Toxin wird in die betroffenen Areale gespritzt. Um die Nadelstiche weniger zu spüren, kann mit einer Lokalanästhesie gearbeitet werden. Jeder hat ein unterschiedliches Schmerzempfinden, das jedoch bei allen in der Achselhöhle geringer ist. Deshalb kann die Schweißbehandlung in der Regel auch ohne Betäubung durchgeführt werden. Die Wirkung der Botox®-Behandlung hält 5 bis 8 Monate, in manchen Fällen sogar bis zu einem Jahr.

Der Vorteil dieser Schweißbehandlung liegt eindeutig in der Vermeidung einer Operation. Außerdem entstehen bei der Behandlung mit Botox® nur winzig kleine Hautverletzungen durch die Nadelstiche, die keine Narben hinterlassen und schnell wieder verheilen. Es ist aber empfehlenswert, ein paar Stunden nach der Behandlung kein Deo zu benutzen.

von Dr. Patricia Ogilvie 2. Dezember 2016

Porträt Dr. Patricia Ogilvie

Diesen Beitrag hat Dr. Patricia Ogilvie verfasst. Sie ist Hautärztin, Venerologin und Allergologin.