Schwenninger Krankenkasse fordert Schulfach Gesundheit

Für 56 Prozent der 14- bis 34-Jährigen ist Gesundheitsvorsorge noch kein Thema. Mehr als jeder Dritte meint sogar, eine gesunde Lebensführung werde überbewertet. Dieser Auffassung sind vor allem junge Männer. Sie fühlen sich nur unzureichend darauf vorbereitet, selbst die Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen. Daher wünschen sich drei von vier jungen Bundesbürgern ein Schulfach Gesundheit. Das zeigen Ergebnisse der repräsentativen Studie "Zukunft Gesundheit", für die die Schwenninger Krankenkasse und die Stiftung "Die Gesundarbeiter" mehr als 1.000 Jugendliche und junge Erwachsene befragt haben.

Für mehr als die Hälfte der Jugendlichen ist Gesundheitsvorsorge noch kein Thema.

Gesundheit von klein auf lernen

Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung sind wesentliche Voraussetzungen für die optimale geistige und körperliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Durch die zunehmende Reizüberflutung, vor allem durch elektronische Medien, gewinnt aber auch das Thema Entspannung immer mehr an Bedeutung. Die Weichen für ein gesundes Leben werden bereits in sehr jungen Jahren gestellt. Kinder und Jugendliche benötigen deshalb frühzeitig und regelmäßig Impulse sowie eine professionelle Anleitung, um sich einen gesunden und ausgeglichenen Lebensstil anzueignen und diesen beizubehalten. Aus diesem Grund setzt sich auch die Schwenninger Krankenkasse für die Einführung eines Schulfachs Gesundheit ein.

Chancengleichheit schaffen

"Es ist uns selbstverständlich bewusst, dass es regelmäßg den Ruf nach neuen Schulfächern gibt und Schulen nicht alle Aufgaben übernehmen können, die an sie herangetragen werden", erklärt Siegfried Gänsler, Vorsitzender des Vorstandes der Schwenninger Krankenkasse. Die Chance auf ein gesundes Leben dürfe jedoch nicht von Zufällen abhängen. Deshalb könne nur eine konsequente Gesundheitserziehung in der Schule gewährleisten, dass Kinder und Jugendliche unabhängig von Faktoren wie Geschlecht, Herkunft oder dem familiären und sozialen Hintergründen das Fachwissen und die Kompetenzen erwerben, die für eine gesunde Lebensführung wichtig sind.

Siegfried Gänsler, Vorsitzender des Vorstandes der Schwenninger Krankenkasse

Siegfried Gänsler, Vorsitzender des Vorstandes der Schwenninger Krankenkasse.

Gesundheit bislang kaum Thema im Unterricht

Wie die Erfahrung der befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen zeigt, finde in den Familien, ebenso aber in den Schulen und Kitas, keine konsequente Gesundheitserziehung statt. In Lehrplänen tauchen Gesundheitsthemen meist nur sporadisch in Fächern wie Sachkunde, Biologie oder Sport auf. Oft sind sie nur als Wahloption in bestimmten Klassenstufen vorgesehen und spielen im Unterricht keine nennenswerte Rolle. Es fehlt somit eine konsequente Beschäftigung mit dem Thema über alle Jahrgangsstufen hinweg. "Ein Schulfach Gesundheit müsste aus unserer Sicht außer Informationen über die Funktionen des Körpers und wichtige Erkrankungen auch psychologische und soziologische Zusammenhänge vermitteln. Des Weiteren sollten eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung, ausgewogener Ernährung, Entspannungstechniken sowie Strategien zur Suchtprävention wesentliche Inhalte des Unterrichts sein. Als ergänzende Themen sind Unfallverhütung, Erste-Hilfe-Maßnahmen, Organspende und Impfungen denkbar", erläutert Gänsler.

Zu den Ergebnissen der Umfrage "Zukunft Gesundheit 2016 – Jungen Bundesbürgern auf den Puls gefühlt".

von Siegfried Gänsler, Vorsitzender des Vorstandes der Schwenninger Krankenkasse, 24. Februar 2017