Praxisbeispiel Krankenhaus-Marketing: Patientenzeitschrift mit Online-Verknüpfung

Krankenhäuser erbringen Vertrauensgüter, deren Qualität für Laien schwer zu bewerten und nachzuprüfen ist. Hinzu kommt, dass es vielen Häusern schwerfällt, sich ein unverwechselbares Profil zu geben, da Nachbarkliniken oft eine ähnliche Versorgung bieten. Und mit nüchternen medizinischen Fakten erreichen Sie vielleicht die Köpfe der Menschen, aber nicht deren Herzen. Daher setzen wir nicht auf „dröge“ Informationen, sondern erzählen Geschichten! Diese machen es nicht nur leichter, Zusammenhänge zu verstehen und neue Fakten zu erfassen, sie bleiben außerdem länger im Gedächtnis und prägen Einstellungen. So versuchen wir in unserer Kommunikation mit dem Printmagazin „Pulsschlag“, der Internetplattform „pulsschlag.tv“, Facebook, Twitter, YouTube und der Klinikwebpage Print und Online crossmedial zu verknüpfen, um auf unser Klinikangebot gezielt bei den verschiedenen Zielgruppen aufmerksam zu machen.

Es bieten sich dabei neue Chancen, das Leistungsspektrum der Klinik zielgruppengerecht zu verteilen, mit seinen bestehenden Instrumenten zu vernetzen und mit neuen Instrumenten zu ergänzen, die sich an die neuen Zielgruppen richten.

Ein neues Instrument und damit einen neuen Online-Kanal haben die Kliniken Essen-Mitte für sich gefunden. pulsschlag.tv kombiniert auf innovative Weise klassische Offline-Inhalte des bestehenden Klinikmagazins „pulsschlag“ mit einem interaktiven und multimedialen Online-Format. Durch die parallele Verknüpfung mit der Klinik-Website (über RSS-Feeds werden thematisch passende Inhalte auf die Unterseiten der jeweiligen Fachabteilungen geschaltet und vice versa) bietet das Medium Patienten und Interessierten neben redaktioneller Vielfalt auch schnelle Wege zur Information über und Kontaktaufnahme mit der Klinik selbst.

Das übergeordnete Ziel von „pulsschlag.tv“ war und ist es, im Bereich Marketing und PR eine langfristige Strategie zu entwickeln, die konsequent Online- und Printmedien im Sinne einer integrierten Kommunikationslinie verknüpft und die einzelnen Formate nicht isoliert voneinander betreibt. Bestehende Inhalte des Printmagazins sollen durch die Online-Aufarbeitung zudem langfristig verfügbar gemacht werden und mit unterstützender SEO-Arbeit die Auffindbarkeit von Klinik-Inhalten in Suchmaschinen verbessern. Die Erweiterung des Corporate Publishing-Konzepts auf den Online-Kanal soll ferner fundierte Erkenntnisse über die Relevanz und Nutzung von Online-Medien liefern, um interne und externe Kritiker von der Notwendigkeit und dem positiven Nutzen neuer digitaler Kommunikationskanäle auch im Gesundheitsmarkt zu überzeugen. Durch das hohe Analysepotenzial der Online-Plattform lassen sich hierüber belastbare Nutzungsstatistiken gewinnen (Interesse an Themen, Abo-Zahlen, Kontaktaufnahmen, Sprung auf die Klinik-Website und dortiges Verhalten etc.).

Kommunikation

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In deutschen Krankenhäusern liegt der Schwerpunkt der Kommunikation immer noch in Print und Veranstaltungen – dies wird auch noch einige Jahre bleiben, doch Kanäle wie Pressemitteilungen oder Patientenbroschüren werden immer mehr von Social Media Kanälen ergänzt werden. In den USA liegt ein Kommunikationsbudget wie z. B. das der Majo Clinc bei 90 Prozent Social Media und 10 Prozent Print. In Deutschland ist es genau anders rum. Die Frage ist, wann deutsche Kliniken da sein werden, wo die USA heute schon lange sind. Auch die emotionale Ansprache und die zielgerechte Kommunikation ist in Deutschland noch nicht da, wo sie in den USA schon lange ihren Platz hat. Wir werden uns aber immer mehr dorthin bewegen.

Dieses und weitere Beispiele aus der Praxis sowie Tipps, Interviews und wertvolles Hintergrundwissen finden Sie im Praxishandbuch „Online-Marketing für das erfolgreiche Krankenhaus“ der MbMed-Autoren Alexandra Schramm (Hrsg.) und Mirko Gründer. Es richtet sich speziell an PR- und Managementmitarbeiter aus dem Krankenhaus. Zudem gibt es eine Version für Ärzte und eine weitere für Zahnärzte.

Mehr zum Inhalt und Leseproben finden Sie hier:

für Ärzte: www.springer.com/978-3-642-25146-7

für Zahnärzte: www.springer.com/978-3-642-25337-9

für Kliniken: www.springer.com/978-3-642-29226-2

von Björn Kasper, 8. Februar 2013