Keine Angst vor Ängsten - dein Pocketcoach

Angst hat viele Gesichter – Mit innerer Gelassenheit aus alten Denkmustern ausbrechen

Überfüllte Räume, Telefonklingeln, bellende Hunde – die Angst hat viele Gesichter. Die Wenigsten von ihnen sind angeboren, der Großteil ist erlernt und brennt sich durch schlechte Erfahrungen in unser Unterbewusstsein ein. Dr. Fred Christmann widmet sich in seinem Pocketcoach „Keine Angst vor Ängsten“ den Problemen des modernen Menschen. Er beschreibt auf 75 prägnant formulierten Seiten die fünf Aspekte, durch die man lernen kann, seine Ängste in den Griff zu bekommen.

Ängste bewältigen durch psychische Stabilität

Das Angst-Management gliedert sich laut Christmann in fünf wesentliche Aspekte: Denken, Fühlen, Verhalten, Ressourcen und Selbstwert. Anhand dieser Grundpfeiler schafft der Ratgeber getreu dem Motto „Weniger Angst – mehr vom Leben!“ ein Konzept zum Selbstcoaching, eine hilfreiche Ergänzung neben der Therapie. Das Handbuch unterstützt den Leser durch erklärende Texte, positive neue Denkmuster und gezielte Entspannungsübungen auf dem Weg zur psychischen Stabilität. Denn darum geht es: Es braucht innere Gelassenheit und Selbstvertrauen, um aus alten Denk- und Reaktionsmustern auszubrechen.

Mentales Training stärkt Selbstvertrauen

Ängstliches Verhalten ist häufig das Ergebnis falschen Denkens. Gefahren werden in der Vorstellung übertrieben. Deshalb wagt man sich erst gar nicht an die Problemlösung, sondern flüchtet.

„Nicht weil es schwierig ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwierig.“ (Seneca) Seine Ängste zu bewältigen, ist ein Prozess, eine Aufgabe, der man sich täglich stellen muss, um aus dem Teufelskreis heraus zu kommen. Der Pocketcoach hält hierzu interessante Motivationsanregungen bereit. Auch mentales Training ist wichtig. Wer in seiner Vorstellung Angstsituationen konsequent durchdenkt, kann in Ruhe Möglichkeiten, Chancen und Lösungswege finden. Dadurch stärkt man das Vertrauen in sich selbst. Der Plan im Kopf entspannt und bekämpft das Gefühl der Hilfslosigkeit.

Ängste verbildlichen

Alle Erkenntnisse des Pocketcoaches werden übersichtlich und gut strukturiert dargestellt. Der Diplompsychologe lässt zahlreiche anschauliche Anekdoten aus seinem Arbeitsalltag in den Pocketcoach einfließen. „Das hat den einfachen Grund, dass wir uns Geschichten leichter merken können und sie uns somit eine nachhaltige Orientierung bieten“, so Christmann. Nach dem gleichen Prinzip funktionieren die vielzähligen kleinen Illustrationen, die beispielsweise beschriebene Angstsituationen und ihre Lösungsmöglichkeiten bildlich darstellen.

Kontrollierte Angstzustände

In der nächsten Stufe des Angstmanagements gilt es, die erdachten Strategien anzuwenden. „Erfahrungen prägen die Persönlichkeit mehr als gedankliches Reflektieren.“ Es geht darum, sich bewusst in eine Situation zu bringen, vor der man früher noch geflohen wäre. Sei es ein menschenüberfüllter Raum oder das Zusammentreffen mit einem Hund – die Angst davor bringt einen Menschen nicht um. Christmann rät in seinem Pocketcoach, sich regelmäßig einer verträglichen Dosis der Angst auszusetzen und diese bewusst zu fühlen. Das Aushalten ist entscheidend. Nur so gibt man sich selbst die Chance auf Habituation, also Gewöhnung. Der Körper arrangiert sich mit dem Angstreiz und wird in Zukunft mit weniger Angstgefühlen reagieren. Übersteht man die heikle Situation erfolgreich, wird die Erfahrung positiv gewertet. Wir sind stolz. Gleichermaßen ist es wichtig, seine Persönlichkeit zu fördern, in sich selbst zu investieren. Erlernen wir neue Fähigkeiten, stärkt das unser Selbstwertgefühl und schafft Selbstvertrauen. Mit Veränderungen und Stresssituationen können wir dann entspannter umgehen. Es erfordert zahlreiche Übungen und Wiederholungen, bis die alten Denkstrukturen endgültig verbannt sind. Eine realistische Zielsetzung in kleinen Etappen ist hierbei unerlässlich.

Kinderängste ernst nehmen

Mentale Stärke in Angstsituationen ist nicht nur für Erwachsene wichtig, sondern auch für die Kinder um sie herum. Das letzte Kapitel „Extra-Tipps für Eltern und Erzieher – auch für andere geeignet“ beschreibt die Bedeutung von spielerischem Lernen und Beobachten. Kinder spielen und gehen dabei Risiken ein. Fallen sie dabei auf die Nase oder schlagen sich die Knie blutig, ist eine klare Haltung der Eltern oder Erzieher wichtig. Wehwehchen dürfen nicht über bewertet werden, schließlich brauche man vor Blut keine Angst haben. Angstsituationen müssen mit Kindern besprochen werden. War der Spaß den Ärger wert?

„Schließlich sollen die Kinder nicht lernen, dass sie durch Wehleidigkeit Zuwendung bekommen. Eher gilt eine positive Devise wie, wenn man Spaß hat, passiert eben auch ein bisschen Aua!‘“, fordert Dr. Christmann.

Spezialisten finden

Mit Ängsten muss man nicht alleine fertig werden. Es gibt viele Spezialisten auf dem Gebiet der Angsterkrankungen. Geben Sie in der Arzt-Auskunft hier Ihre Stadt ein und finden den passenden Ansprechpartner:
https://www.arzt-auskunft.de/angsterkrankungen/

Buchcover: Keine Angst vor Ängsten – dein Pocketcoach

Buchinformationen:
Dr. Fred Christmann: Keine Angst vor Ängsten – dein Pocketcoach.
Verlag: Schattauer 2017, Stuttgart
ISBN: 978-3-7945-3250-6

von Nele Schümann, 25. April 2017