Ein steiniger Weg zur barrierefreien Praxis

Ganz klar, Menschen mit Behinderung haben Anspruch auf Teilhabe. Und jeder sollte seinen Teil dazu beitragen. Die Solidargemeinschaft muss dafür sorgen, dass beispielsweise Kantsteine abgesenkt werden. Und wie schaut es bei den Arztpraxen aus, deren Zugänglichkeit in vielfältiger Weise besonders bedeutsam ist? Ein barrierefreier Umbau kostet schnell mal bis zu 50.000 Euro. Und oft wird der Anbau einer Rampe schlicht nicht genehmigt, weil zum Beispiel die Hausfassade unter Denkmalschutz steht. Viele Hundert solcher Problemfälle haben uns die Ärzte in den vergangenen Wochen berichtet. Bei solch fundamentalen Aufgaben fühlen sich Ärzte oftmals alleine gelassen, denn von den Zuständigen kommt häufig nur ein Schulterzucken.

Trotzdem ist es anerkennenswert, was viele Ärzte schon erbringen. Und ein besonderer Dank gilt den Doctores, die mit ihren Spenden auch das Projekt „Barrierefreie Praxis“ ermöglichen; damit den Betroffenen der Weg zum richtigen Arzt und zur passenden Praxis gewiesen werden kann.

von Dr. Jessica Hinteregger-Männel, 8. Februar 2010