Arztsuche an User anpassen: Ohne Customizing geht es nicht

So eine Online-Arztsuche ist theoretisch eine einfache Angelegenheit: Es gibt eine Homepage mit einem Suchschlitz. In diesen trägt man den Namen ein, den Körperteil, wo’s weh tut, dazu die Postleitzahl oder den Ort, und die Arztsuche spuckt die Treffer aus. Falls ein neuer Arzt gesucht wird, geben die User die Facharztbezeichnung und die Stadt ein, etwa Orthopädie und Berlin. So weit, so gut – zumindest in der Theorie.

Denn überall dort, wo Krankenversicherungen und Gesundheitsportale unsere Arztsuche, die Arzt-Auskunft, in Absprache mit uns übernehmen, wird die Theorie von der Praxis überholt. Privatversicherte wollen beispielsweise auf den ersten Blick Servicekriterien auswählen können. Also haben wir die Arzt-Auskunft für das Portal www.derprivatpatient.de des Verbands der Privaten Krankenversicherung entsprechend angepasst. Customizing heißt diese Anpassung auf Neudeutsch. Das bedeutet, dass jede Krankenversicherung, jedes Gesundheitsportal und jede Krankenkasse die Arztsuche nicht nur im eigenen Design erhält, nicht nur in den jeweiligen Farben, Formen, Proportionen: Auch die Inhalte und die Modi der Suchprozesse und der Userführung individualisieren wir. Manche wollen die Schnellsuche, andere die Schritt-für-Schritt-Suche und manche eine eigene Mischform. Kein Problem.

Eine besondere Herausforderung war das Portal www.einfach-teilhaben.de des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Das Portal richtet sich speziell an Menschen mit Behinderungen. Insofern gab es zwei Dinge zu beachten, die sich beide um den Begriff der Barrierefreiheit drehen:

Bildnachweis: Stiftung Gesundheit

Bildnachweis: Stiftung Gesundheit

Barrierefreie Praxen:

Für Menschen mit Behinderungen ist es wichtig, ob Arztpraxen barrierefrei zugänglich sind, etwa ebenerdig oder über einen behindertengerechten Fahrstuhl zu erreichen. Und weil behindertengerecht nicht gleich rollstuhlgerecht ist, sind natürlich auch Informationen für Seh- und Hörbehinderte wichtig, beispielsweise ob ein Mitarbeiter Gebärdensprache spricht. Dies haben wir im Projekt „Barrierefreie Praxis“ u.a. mit dem BMAS und der Ärzte Zeitung bei allen Arztpraxen Deutschlands abgefragt. Rund 68.000 Ärzte bieten solche Vorkehrungen unterschiedlicher Art, unterschiedlicher Ausprägung.

Barrierefreies Web:

Der zweite Aspekt zur Barrierefreiheit ist das barrierefreie Internet. Denn Menschen mit Seh-Einschränkung müssen sich die Inhalte, die wir mit der Arzt-Auskunft im Internet darstellen, vergrößern oder vorlesen lassen können. Dazu mussten wir die Darstellung unserer Inhalte komplett auf neue Säulen stellen. Aber es hat funktioniert. Unsere Inhalte haben Bestnoten im Test der Barrierefreiheit erhalten.

Auch themenspezifisch lässt sich unsere Arztsuche fokussieren. Bei dem Portal zur Frauengesundheit meinkoerperundich.de von Philips, sind in unserer Arzt-Auskunft nur solche Schwerpunkte verzeichnet, die sich speziell an Frauen richten, etwa Schwangerschaft und Wechseljahre. Kieferorthopäden und HNO-Ärzte sind da beispielsweise nicht zu finden.

Wir sind gespannt, welche Anfragen als nächstes kommen. Gerade bei Verbänden ist es ein interessanter Prozess, auf welche Inhalte, Darstellungsform und welches Layout sich die verschiedenen Partner einigen. Beim Verband der Ersatzkassen (vdek) hat unsere Arzt-Auskunft im Portal beispielsweise eine andere Darstellung als bei den jeweiligen Mitgliedskassen (etwa bei der DAK, KKH-Allianz usw.). Aber zur Kooperation mit dem vdek hab ich hier im Blog ja schon geschrieben…